Rechtswissenschaft, kurz Jura, ist das fünftgrößte Fach. 116.760 Menschen studieren es, 59 Prozent davon Frauen. Das Studium dauert auf dem Papier neun Semester. Ein Semester ist ein halbes Studienjahr. Im Schnitt dauert es 10,4 Semester. Am Ende steht die Erste juristische Prüfung. Sie besteht zu 70 Prozent aus der staatlichen Pflichtfachprüfung. Die anderen 30 Prozent sind der Schwerpunkt an der Uni. 27 Prozent bestehen die Pflichtfachprüfung nicht. Nur jeder Fünfte schafft ein Prädikat, also die Note „vollbefriedigend“ oder besser. Danach kommen zwei Jahre Referendariat mit rund 1.400 bis 1.800 Euro im Monat. Dann folgt die Zweite Staatsprüfung. Der Numerus clausus (NC) ist die Notengrenze für die Zulassung. In Hamburg liegt er bei 1,7. Dort gab es 313 Plätze und 2.633 Bewerbungen. In Frankfurt liegt er bei 2,4, an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) bei 2,7. Von den Juristen sind 2,6 Prozent arbeitslos. Großkanzleien zahlen Einsteigern im Schnitt 137.300 Euro. Der Median aller Juristen liegt bei 64.200 Euro. Median heißt: Die Hälfte verdient mehr, die andere Hälfte weniger.
Statistisches Bundesamt (Studierende im Wintersemester 2025/26, Stand 21.08.2026). Deutsches Richtergesetz § 5a. Bundesamt für Justiz (Prüfungsstatistik 2024, Pressemitteilung 30.06.2026) und Landesjustizprüfungsamt Bayern. Auswertungen der Zahlen des Bundesamts durch Legal Tribune Online (LTO, gekennzeichnet). Hochschulseiten der Universität Hamburg, der Goethe-Universität, der Freien Universität Berlin (FU), der LMU, der Universität Mannheim und der Frankfurt University of Applied Sciences (Zulassung Wintersemester 2025/26). Hochschulrektorenkonferenz. Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Bundesagentur für Arbeit (Akademiker-Bericht August 2026, Engpassanalyse 2025). Bundesrechtsanwaltskammer (01.01.2026). Deutscher Richterbund (Besoldung). Bucerius Law School/Simon-Kucher und Anwaltsblatt (KI). azur und Stepstone (gekennzeichnet). Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) 2026/27. Alle Links unten. Stand 15.09.2026.
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Was du lernst, legt § 5a des Deutschen Richtergesetzes fest. Das gilt für alle Bundesländer. Diese Fächer sind Pflicht:
Außerdem gehören dazu:
An der LMU sieht das so aus:
Das Studium endet nicht mit Bachelor oder Master. Es endet mit der Ersten juristischen Prüfung. Sie besteht aus zwei Teilen:
Die LMU stellt auf Antrag ein Diplom aus. Ein Bachelor ist das aber nicht.
Danach kommen zwei Jahre Referendariat. Das ist die praktische Ausbildung nach dem Studium. In Hessen bist du dabei am Zivilgericht, am Strafgericht, in der Verwaltung und beim Anwalt. Dazu kommt eine Wahlstation. Am Ende steht die Zweite Staatsprüfung. Erst dann bist du Volljurist. Dann darfst du Anwalt, Richter oder Staatsanwalt werden.
staatsexamenDu studierst an einer Uni und machst zwei Staatsprüfungen. Danach darfst du Anwalt, Richter oder Staatsanwalt werden.
bachelor of lawsDas ist ein Bachelor in Recht, zum Beispiel in Wirtschaftsrecht an einer Fachhochschule. Damit kannst du in Rechtsabteilungen und in der Verwaltung arbeiten. Als Anwalt zugelassen werden kannst du damit aber nicht.
Beispiele für den Bachelor:
Es gibt kein bundesweites Verfahren. Jede Uni vergibt ihre Plätze selbst, meist mit örtlichem NC.
Für das Staatsexamen brauchst du das Abitur, denn du studierst an einer Universität. Mit Fachhochschulreife bleibt dir der Weg über Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule.
So sah es zum Wintersemester 2025/26 aus:
| Hochschule | Wintersemester 2025/26 | Quelle |
|---|---|---|
| Universität Hamburg | 313 Plätze, 2.633 Bewerbungen. Note 1,7 oder 8 Wartesemester | Merkblätter 10 und 11 |
| Goethe-Universität Frankfurt | 540 Plätze, Note 2,4 | NC-Liste 28.08.2025 |
| Freie Universität Berlin | 440 Plätze, 2.322 Bewerbungen. Die Tabelle nennt 1,6 und zugleich „alle Bewerber zugelassen“. Das konnten wir nicht auflösen | NC-Tabelle der FU |
| Humboldt-Universität zu Berlin (HU) | 440 Plätze. Grenzwert für uns nicht prüfbar | Antwort des Berliner Senats, 07.07.2025 |
| LMU München | Note 2,7, Start nur im Winter | Grenzwerte der LMU |
| Universität Mannheim (Unternehmensjurist) | rund 300 Plätze, eigenes Auswahlverfahren | Universität Mannheim |
| Universität Köln, Universität Heidelberg | Grenzwerte für uns nicht abrufbar | – |
| Frankfurt UAS (Wirtschaftsrecht, Bachelor of Laws) | sieben Semester. Ob zulassungsbeschränkt, war zum Stand nicht eindeutig (Studiengangsseite: zulassungsfrei, Übersicht: beschränkt). Bitte an der Hochschule prüfen | Frankfurt UAS |
Wartesemester sind Halbjahre nach dem Abitur, in denen du nicht studiert hast.
Eignungstests gibt es keine. Bundesweit bieten 41 Hochschulen das Staatsexamen an. Dazu kommen 530 Studiengänge im Bereich Rechtswissenschaften mit Bachelor oder Master. Das zählt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Stand 01.09.2025. Die HRK ist der Verband der Hochschulen.
Ein Vorpraktikum brauchst du nicht. Im Studium sind aber mindestens drei Monate praktische Studienzeit Pflicht (§ 5a Absatz 3 Deutsches Richtergesetz). Meist machst du sie in den Semesterferien, bei Gericht, bei einem Anwalt oder bei einer Behörde.
Was vorher hilft: ein Praktikum in einer Kanzlei oder beim Amtsgericht. Da siehst du, ob dich Akten und Schriftsätze anziehen oder abschrecken. Viele wählen Jura wegen Gerichtsserien. Der Alltag ist aber Gutachtenstil. Das ist eine feste Art, einen Fall Schritt für Schritt zu prüfen und aufzuschreiben.
Und der Freiversuch belohnt, wer sein Studium zügig plant. Beim Freiversuch trittst du früh zum Examen an. Fällst du durch, gilt der Versuch als nicht gemacht. In Bayern geht das spätestens nach dem achten Semester. 61,8 Prozent aller Kandidaten nutzten ihn 2024.
Studiengebühren gibt es keine. Du zahlst aber jedes Semester einen Semesterbeitrag.
Teuer ist vor allem die Zeit. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. So lange soll das Studium laut Plan dauern. Bis zur Ersten Prüfung brauchen Studierende im Schnitt 10,4 Semester, in Bayern 12,05. Im letzten Jahr kommt meist ein kommerzielles Repetitorium dazu. Das ist ein Kurs gegen Geld, der dich aufs Examen vorbereitet. Dann folgen zwei Jahre Referendariat. Rechne mit sieben bis acht Jahren, bis du Volljurist bist.
Die Durchfallquoten sind das eigentliche Risiko:
Die gute Nachricht: Wer die Erste Prüfung besteht, hat den schwersten Teil hinter sich.
Das DZHW ist ein Institut, das Hochschulen und Studium erforscht. Laut DZHW liegt die Abbruchquote im Staatsexamen Rechtswissenschaft beim Jahrgang 2020 bei 35 Prozent. Beim Jahrgang 2018 waren es 32 Prozent. In der ganzen Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften brechen 21 Prozent der Uni-Studierenden ab.
Wie du das Studium bezahlen kannst, steht auf Studium finanzieren.
Die Spanne ist größer als in jedem anderen Fach.
Im Referendariat bekommst du eine Unterhaltsbeihilfe. Je nach Land sind das rund 1.400 bis 1.800 Euro brutto im Monat. Brutto heißt: vor Abzug von Steuern und Abgaben.
Richter und Staatsanwälte starten in der Gehaltsgruppe R 1. In der Endstufe sind es rund 7.800 Euro. Drei Länder als Beispiel:
| Land | Referendariat | Start als Richter (R 1) |
|---|---|---|
| Hessen | 1.763 € | 5.129 € |
| Hamburg | 1.583 € | 5.336 € |
| Berlin | 1.688 € | – |
Die Beträge fürs Referendariat stammen aus einer Übersicht von LTO aus 2025. Die amtlichen Seiten nennen teils ältere Beträge. Die Richtergehälter nennt der Deutsche Richterbund, Stand 01.02.2025.
Großkanzleien zahlen Berufseinsteigern im Schnitt 137.300 Euro im Jahr. An der Spitze sind es 180.000 Euro. Das zeigt eine Auswertung von azur aus 2025, keine amtliche Zahl. Dafür sind die Arbeitszeiten dort lang.
Der Median aller Juristen liegt laut Stepstone bei 64.200 Euro. Die Zahl beruht auf Selbstangaben. Amtlich verdienen Akademiker im Median 5.916 Euro brutto im Monat. Akademiker sind Menschen mit Hochschulabschluss.
Juristen arbeiten in der Anwaltschaft, in der Justiz und in der Verwaltung. Außerdem arbeiten sie in Unternehmen, in Verbänden und in der Politik. In Unternehmen arbeiten sie zum Beispiel als Syndikus. Das sind Juristen, die fest in einer Firma angestellt sind. Dieser Bereich wächst um 9 Prozent im Jahr.
Die Ampel steht auf gemischt. Der Beruf bleibt gefragt und sicher. Aber KI übernimmt gerade die Einstiegsarbeit, an der Juristen bisher gelernt haben. Und die Kanzleien bauen die Junior-Ebene ab, also die Stellen für Einsteiger. Gut aufgestellt ist, wer Verhandeln, Prozessführung und ein Fachgebiet mitbringt. Das größere Risiko bleibt das Examen selbst.
Schätzungen, keine Prognose. Arbeitslosenquote: Bundesagentur für Arbeit, Akademiker-Bericht Kapitel Rechtswissenschaften (August 2026, Daten 2025). Engpassberuf nach der Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Mai 2026). KI-Effizienz: Studie „AI-Conomics of Legal Services“ von Bucerius Center on the Legal Profession und Simon-Kucher (2025), Befragung von Kanzleileitungen, keine amtliche Zahl. Artificial Intelligence (AI) ist das englische Wort für KI. Median: Stepstone 2026, Selbstangaben. Einzelwert des Job-Futuromat vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) folgt. Selbst nachschauen: job-futuromat.iab.de.
Die Bundesagentur für Arbeit nennt die Lage für Juristen „positiv“. Rechtsanwälte sind 2025 aber kein Engpassberuf mehr. 2024 waren sie es noch. Engpassberuf heißt: Es gibt zu wenige Fachleute für die offenen Stellen.
Die Bucerius Law School hat 2025 mit Simon-Kucher eine Studie gemacht. Das steht darin:
Der Anwaltverein berichtet: 93 Prozent der Kanzleien haben generative KI erprobt. Das ist KI, die selbst Texte erzeugt. Routine macht rund 40 Prozent der Aufgaben aus. Der Anwaltverein warnt aber vor Halluzinationen. Gemeint ist: Die KI erfindet Dinge, die nicht stimmen. Bei allgemeinen KI-Werkzeugen liegen die Halluzinationsraten bei 58 bis 82 Prozent.
Das IAB weist für Rechtsberufe keinen Einzelwert aus. Den Wert aus dem Futuromat tragen wir nach.
Recherche, erste Entwürfe und Vertragsprüfung übernimmt zunehmend Software. Genau mit dieser Arbeit haben Berufseinsteiger bisher gelernt. Bleiben werden Verhandlung, Prozessführung und Verantwortung vor Gericht. Und Mandanten, die einen Menschen wollen. Mandanten sind die Kundinnen und Kunden einer Kanzlei.
Du fängst heute an? Dann sieh Legal Tech nicht als Wahlfach, sondern als Werkzeug. Legal Tech ist Software für juristische Arbeit.
Der Beruf bleibt gefragt. Nur 2,6 Prozent der Juristen sind arbeitslos. Und die Gehälter reichen weit nach oben.
Das Examen ist schwer: 27,4 Prozent bestehen die Pflichtfachprüfung nicht. Bis zum Volljuristen brauchst du sieben bis acht Jahre. Und KI übernimmt gerade die Arbeit, mit der Einsteiger lernen.
Das CHE-Ranking vergleicht Hochschulen. Die Ausgabe vom Mai 2026 umfasst 39 von 44 Fachbereichen. Es gab 8.650 Befragte. Das kam heraus:
Das sind die Hochschulen in unseren Städten:
| Hochschule | Was wir wissen | Studiengangsseite |
|---|---|---|
| Goethe-Universität Frankfurt | 540 Plätze, NC 2,4 | NC-Liste Goethe-Uni |
| Frankfurt University of Applied Sciences | Wirtschaftsrecht, Bachelor of Laws, 7 Semester, Praxissemester | frankfurt-university.de |
| Universität Hamburg | 313 Plätze, 2.633 Bewerbungen, NC 1,7 | jura.uni-hamburg.de |
| Freie Universität Berlin | 440 Plätze, 2.322 Bewerbungen | jura.fu-berlin.de |
| Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin | Wirtschaftsrecht, Bachelor of Laws | wr.htw-berlin.de |
| Universität Mannheim | Unternehmensjurist mit Bachelor of Laws + Staatsexamen, CHE 4,7 von 5 | jura.uni-mannheim.de |
| LMU München | NC 2,7, Start nur im Winter | lmu.de |
| Universität Heidelberg | eigenes Auswahlverfahren | Zulassungsordnung |
Die Jura-Geschichte hat drei typische Wendepunkte:
Alle anderen finden trotzdem Arbeit. Dafür sprechen 2,6 Prozent Arbeitslosigkeit.
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Zum Wintersemester 2025/26 lag er in Hamburg bei 1,7. In Frankfurt waren es 2,4, an der LMU 2,7. Andere Grenzwerte konnten wir nicht prüfen. Einige Unis sind zulassungsfrei. Für das Staatsexamen brauchst du das Abitur. Mit Fachhochschulreife geht Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule.
Die Regelstudienzeit sind neun Semester. Bis zur Ersten Prüfung brauchen Studierende im Schnitt 10,4 Semester, in Bayern 12. Danach kommen zwei Jahre Referendariat. Sieben bis acht Jahre bis zum Volljuristen sind normal.
2024 haben 27,4 Prozent die staatliche Pflichtfachprüfung nicht bestanden. 2023 sind 3,5 Prozent endgültig gescheitert. Bei der Zweiten Prüfung lag die Durchfallquote 2024 bei 12,5 Prozent. Ein Prädikat erreichten im staatlichen Teil 19,6 Prozent. Prädikat heißt: „vollbefriedigend“ oder besser.
Im Referendariat bekommst du rund 1.400 bis 1.800 Euro brutto, je nach Land. Richter starten mit rund 5.100 bis 5.300 Euro (R 1). Großkanzleien zahlen Einsteigern im Schnitt 137.300 Euro im Jahr. Der Median aller Juristen liegt bei Stepstone bei 64.200 Euro.
Die Routine ja: Recherche, Entwürfe, Vertragsprüfung. Kanzleien rechnen mit 10 bis 30 Prozent Effizienzgewinn, vor allem bei Junior-Aufgaben für Einsteiger. Verhandeln, Prozessführung und Verantwortung bleiben. Rechtsanwälte sind 2025 kein Engpassberuf mehr. Die Arbeitslosigkeit liegt trotzdem nur bei 2,6 Prozent.
Susanne Schmidt-Dizdarevic. Prokuristin der echt Personal GmbH, verantwortlich für Personal. Gelernte Hotelfachfrau, seit 2009 in der Personaldienstleistung. Schließt jede Woche kurzfristige Arbeitsverträge mit Studenten und Schülern ab.
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