Du bewirbst dich nicht an einer Hochschule, sondern bei einer Behörde. Wirst du genommen, bist du in den meisten Ländern Beamtin oder Beamter auf Widerruf. Das ist der Beamtenstatus während der Ausbildung. Du bekommst vom ersten Tag an Geld. In Hessen sind es 1.634,81 Euro im Monat. Bist du tariflich beschäftigt, also nach Tarifvertrag angestellt, sind es je nach Studienjahr 1.218 bis 1.665 Euro. Studiengebühren zahlst du nicht. Das Studium dauert überall drei Jahre. Du wechselst dabei zwischen Hochschule und Behörde. Danach bekommst du in der Regel Geld nach der Gehaltsgruppe A 9. Beim Bund sind das 3.354,26 Euro brutto im Monat. Bewirb dich früh: Beim Zoll läuft die Frist für den Studienstart im September 2027 schon am 15. Oktober 2026 ab.
Bundesbesoldungsgesetz, Anlage IV (Grundgehaltssätze) und § 59 (gesetze-im-internet.de, geprüft 22.09.2026). Hessisches Besoldungsgesetz, Anlage VI (rv.hessenrecht.hessen.de, geprüft 22.09.2026). Tarifvertrag für Studierende im öffentlichen Dienst über das Bundesministerium des Innern (BMI). Statistisches Bundesamt zum öffentlichen Dienst 2024. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zum dualen Studium. Zulassungsseiten der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit, der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, der Hochschule Meißen, der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen und der Hochschule des Bundes. Alle Links stehen unten. Stand 22.09.2026.
was du machst · wie du reinkommst · praktikum vorher · kosten und zeit · gehalt und beruf · zukunft im ki-zeitalter · wo du studieren kannst · was andere erlebt haben · fragen · quellen
Du wechselst zwischen einer Verwaltungshochschule und einer Behörde. Wie das aufgeteilt ist, ist unterschiedlich:
Am Ende steht ein Bachelor of Arts oder ein Bachelor of Laws, je nach Land. In Bayern und Hamburg heißt der Abschluss traditionell Diplom-Verwaltungswirt.
Entscheidend ist dein Status während des Studiums. Es gibt zwei Möglichkeiten:
beamtin oder beamter auf widerrufSo ist es in den meisten Ländern und beim Bund. Auf Widerruf ist der Beamtenstatus während der Ausbildung.
tariflich beschäftigtSo ist es in manchen Kommunen, also Städten und Gemeinden. Du bist dann nach Tarifvertrag angestellt, ohne Beamtenstatus.
Am Ablauf ändert das nichts. Aber es ändert dein Geld und deine Absicherung.
Inhaltlich geht es um Verwaltungsrecht, Staatsrecht, Haushalt, Personalwesen und die Fachaufgaben deiner Behörde. Das ist weniger frei als ein Studium an der Universität. Der Stundenplan steht. Die Prüfungen sind vorgegeben. Und die Praxisphasen sind Arbeit, kein Praktikum.
Du bewirbst dich bei der Behörde, nicht bei der Hochschule. Den Platz an der Hochschule bekommst du mit dazu.
Verlangt wird in der Regel Abitur oder Fachhochschulreife. Dazu kommt ein Auswahlverfahren mit schriftlichem und mündlichem Teil. Es gibt Besonderheiten:
Der wichtigste Punkt ist die Zeit. Beim Zoll beginnt das Studium am 1. September 2027. Die Bewerbungsfrist dafür endet aber schon am 15. Oktober 2026. Das ist fast ein Jahr vorher. In Berlin werden die Ausschreibungen fürs Wintersemester ab Januar erwartet. Schaust du dich erst im Frühjahr um, bist du für den Herbst desselben Jahres meistens zu spät.
In der Tabelle stehen Kürzel für drei Hochschulen: HöMS (Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit), HWR (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) und HSPV (Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen).
| Wo | Abschluss | Bewerbung bei |
|---|---|---|
| Hessen, HöMS | Bachelor of Arts, Public Administration | Behörde, zum Beispiel ein Regierungspräsidium. Standorte Wiesbaden, Mühlheim, Gießen, Kassel |
| Berlin, HWR | Bachelor, Öffentliche Verwaltung dual | Bezirksamt oder Hauptverwaltung |
| Nordrhein-Westfalen, HSPV | Bachelor of Laws | Kommune, Kreis oder Stadt |
| Sachsen, Hochschule Meißen | Bachelor of Laws | Behörde |
| Bund, Hochschule des Bundes | Bachelor, Fachbereich Finanzen | Zoll, Frist 15.10. für das Folgejahr |
Wir haben die Zulassungsseiten in Hessen, Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und beim Bund geprüft. Auf keiner ist ein Vorpraktikum Pflicht. Was zählt, sind der Schulabschluss und das Auswahlverfahren.
Sinnvoll ist es trotzdem, vorher einmal in eine Behörde reinzuschauen. Und sei es über ein Schulpraktikum. Nicht wegen der Bewerbung, sondern für dich. Verwaltungsarbeit sieht von innen anders aus, als man sie sich von außen vorstellt. Und drei Jahre sind eine lange Zeit, um das erst hinterher zu merken.
An den öffentlichen Verwaltungshochschulen zahlst du keine Studiengebühren. Im Gegenteil: Du bekommst Geld, und zwar ab dem ersten Tag.
Zwei Wörter aus der Tabelle: Beamtenanwärter heißt, du bist Beamtin oder Beamter in der Ausbildung. Das Eingangsamt ist die Gehaltsgruppe, in der du nach dem Abschluss anfängst.
| Status | brutto im Monat | Stand |
|---|---|---|
| Beamtenanwärter Hessen, Eingangsamt A 9 bis A 11 | 1.634,81 € | Anlage VI Hessisches Besoldungsgesetz, gültig ab 01.07.2026 |
| Beamtenanwärter Hessen, Eingangsamt A 6 bis A 8 | 1.561,14 € | Anlage VI Hessisches Besoldungsgesetz, gültig ab 01.07.2026 |
| Tariflich Beschäftigte, ausbildungsintegriert | 1.218,26 € bis 1.377,59 € | Tarifvertrag für Studierende, Stand 01.03.2024 |
| Tariflich Beschäftigte, Studienanteile mit Ausbildungsteil | 1.475,00 € bis 1.665,00 € | Tarifvertrag für Studierende, Stand 01.03.2024 |
Das Studium dauert drei Jahre, also sechs Semester. Das ist in allen geprüften Ländern gleich. Verlängern lässt es sich kaum. Ein Auslandssemester ist nicht vorgesehen.
Über diesen Punkt spricht vorher selten jemand. Das Geld in der Ausbildung heißt Anwärterbezüge. Es kann an Auflagen geknüpft werden. § 59 Absatz 5 Bundesbesoldungsgesetz erlaubt das ausdrücklich für alle, die im Vorbereitungsdienst studieren. Der Vorbereitungsdienst ist die Ausbildung zur Beamtin oder zum Beamten.
Das Wort Rückzahlung steht nicht im Gesetz. Aber genau darauf laufen solche Auflagen hinaus. Steigst du vorzeitig aus, kann es sein, dass du das Geld zurückzahlen musst. Wie das bei dir geregelt ist, steht in deinem Einstellungsbescheid, nicht im Gesetz. Das ist das Schreiben, mit dem du eingestellt wirst. Lies ihn, bevor du unterschreibst.
Nach dem Abschluss bist du im gehobenen Dienst. Dort gilt in der Regel die Besoldungsgruppe A 9. Das ist deine Gehaltsgruppe als Beamtin oder Beamter. Darin gibt es Stufen:
Eine Anpassung der Bundesbesoldung für 2025 und 2026 ist im Gesetzgebungsverfahren. Das heißt: Sie ist in Arbeit, aber noch nicht beschlossen. Die Tabelle, die heute gilt, stammt vom 1. März 2024.
Dann steigst du üblicherweise in Entgeltgruppe 9a oder 9b ein. Die Entgeltgruppe ist deine Gehaltsgruppe im Tarifvertrag. Die genauen Beträge stehen in der Entgelttabelle zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Sie ändern sich mit jeder Tarifrunde.
Manches lässt sich schlecht in Euro ausdrücken:
Der Bedarf an Personal ist da und wächst. Trotzdem wäre es unehrlich zu sagen, KI ginge an der Verwaltung vorbei. Standardisierte Sachbearbeitung, Anträge prüfen und Akten führen: Genau das kann Software gut. Was bleibt, sind Entscheidungen mit Ermessensspielraum, also mit Raum zum Abwägen. Dazu Beratung und alles, wofür jemand geradestehen muss.
Schätzungen, keine Prognose. Beschäftigtenzahl und Zuwachs: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom Juni 2025 zum öffentlichen Dienst 2024, Stichtag 30.06.2024. Ruhestandsanteil: Wissenschaftliche Dienste des Bundestages, Sachstand vom 12.02.2020 mit Daten von 2018/2019. Das ist eine Prognose, die inzwischen alt ist. Zur Automatisierbarkeit von Verwaltungstätigkeiten liegt uns keine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) speziell für den öffentlichen Dienst vor. Der IAB-Kurzbericht 5/2024 nennt Verwaltungsberufe nicht eigens. Er stellt aber für Expertenberufe insgesamt einen deutlichen Anstieg fest. Selbst nachschauen: job-futuromat.iab.de.
Zwei Dinge sprechen für diesen Weg, eines dagegen.
Du verdienst ab dem ersten Tag und zahlst keine Gebühren. Am Ende hast du einen Abschluss plus drei Jahre Berufserfahrung, während andere noch im Praktikum sitzen. Und der Altersaufbau im öffentlichen Dienst sorgt auf Jahre für Bedarf.
Du legst dich mit 18 oder 19 auf einen Arbeitgeber und eine Laufbahn fest. Und die Verwaltung ändert sich langsamer, als es sich von außen anfühlt.
Du willst flexibel bleiben? Dann solltest du das wissen, bevor du unterschreibst.
Jedes Bundesland hat eigene Verwaltungshochschulen. Dazu kommt der Bund. Hier eine Auswahl:
| Land | Hochschule | Seite |
|---|---|---|
| Hessen | Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit, mehrere Standorte | hoems.hessen.de |
| Berlin | Hochschule für Wirtschaft und Recht, Öffentliche Verwaltung dual | hwr-berlin.de |
| Hamburg | Zentrum für Aus- und Fortbildung, Public Management | hamburg.de |
| Nordrhein-Westfalen | Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung | hspv.nrw.de |
| Sachsen | Hochschule Meißen, Allgemeine Verwaltung | hsf.sachsen.de |
| Baden-Württemberg | Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl | hs-kehl.de |
| Schleswig-Holstein | Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung, Altenholz | fhvd-sh.de |
| Bund | Hochschule des Bundes, Fachbereich Finanzen (Zoll) | zoll.de |
Die Bedingungen unterscheiden sich von Land zu Land, teils sogar von Behörde zu Behörde. Es gilt, was auf der Seite deines Landes steht. Nicht das, was jemand aus einem anderen Bundesland erzählt.
Belastbare Erfahrungsberichte zu diesem Weg haben wir bisher keine. Ausdenken wollen wir keine. Das sagen die Zahlen: Der öffentliche Dienst hatte am 30. Juni 2024 rund 5,4 Millionen Beschäftigte. Das waren 95.900 mehr als ein Jahr zuvor. Es wird also gesucht.
Du machst gerade so ein duales Studium oder hast es abgebrochen? Genau solche Berichte fehlen uns. Schreib uns auf Instagram oder per Mail.
Das hängt vom Land und vom Status ab. In Hessen bekommen Beamtenanwärter im Eingangsamt A 9 bis A 11 seit dem 1. Juli 2026 monatlich 1.634,81 Euro brutto. Tariflich Beschäftigte nach dem Tarifvertrag für Studierende bekommen je nach Studienjahr und Fachrichtung zwischen 1.218,26 und 1.665,00 Euro (Stand 01.03.2024).
Nein. An den öffentlichen Verwaltungshochschulen fallen keine Gebühren an. Denn du wirst während des Studiums bezahlt, entweder als Beamtin oder Beamter auf Widerruf oder nach Tarif.
Eine Garantie gibt es rechtlich nicht. Eine belastbare Übernahmequote speziell für duale Verwaltungsstudiengänge konnten wir nicht finden. Berlin stellt eine Übernahme oder Verbeamtung nach erfolgreichem Abschluss in Aussicht, nennt aber keine Quote. Zum Vergleich: Über alle Branchen wurden 2024 laut IAB 79 Prozent aller Azubis übernommen. Die öffentliche Verwaltung liegt darüber.
Nicht überall. In Hessen, Nordrhein-Westfalen und beim Bund bist du während des Studiums in der Regel Beamtin oder Beamter auf Widerruf. In manchen Kommunen bist du stattdessen tariflich beschäftigt. Nach dem Abschluss folgt häufig die Übernahme ins Beamtenverhältnis auf Probe. Garantiert ist sie nicht.
Das ist möglich. § 59 Absatz 5 Bundesbesoldungsgesetz erlaubt, die Anwärterbezüge an Auflagen zu knüpfen. Die Länder haben ähnliche Regeln. Anders als bei Soldaten auf Zeit gibt es keinen automatischen Rückzahlungsanspruch im Gesetz. Die Pflicht entsteht erst über die Auflage in deinem Bescheid. Also: Lies vor der Unterschrift, was dort steht.
Nein, auf den geprüften Zulassungsseiten ist keines Pflicht. Verlangt werden in der Regel Abitur oder Fachhochschulreife und das Auswahlverfahren.
Susanne Schmidt-Dizdarevic. Prokuristin der echt Personal GmbH, verantwortlich für Personal. Gelernte Hotelfachfrau, seit 2009 in der Personaldienstleistung. Schließt jede Woche kurzfristige Arbeitsverträge mit Studenten und Schülern ab.
Du überlegst, dich zu bewerben, oder bist schon mittendrin? Schreib es unter den Beitrag auf Instagram, dann haben alle etwas davon: @echt.foryou.
alle Fachakten · bewerbung, nc, hochschulstart · praktikum vor dem studium · studium finanzieren · studieren im ki-zeitalter · zur Übersicht